Coming Out: Knut Knieping lüftet die Maske

Gründe dafür, warum ein Autor unerkannt bleiben möchte und unter Pseudonym schreibt, gibt es viele. Vor allem, wenn es sich um gesellschaftskritische Bücher handelt. In der Tat ist “Temporausch – Laufen zwischen Rhein und Uhr” durchaus ein kritischer Roman über und für Läufer – doch es handelt sich vor allem um Selbstkritik und Ironie! Warum hat sich der Autor also entschieden, sein erstes Buch unter dem Kunstnamen “Knut Knieping” zu veröffentlichen? Und wie kam es dazu, dass er die Maske jetzt lüftet und verrät, wer hinter Knut Knieping steckt? Hat es vielleicht etwas mit seinem zweiten Buch zu tun, das im März 2015 veröffentlicht wird? Und ja, wie heißt er denn nun wirklich?

Mit Tarnkappe unterwegs

Dies war lange Zeit das einzige Bild, das ich als Verlegerin von Knut Knieping veröffentlichen durfte. Man sieht einen sehr schlanken Mann (er selbst würde “Leptosom” sagen), der mit einer Startnummer auf der Brust läuft. Schnell läuft, denn schließlich handelt es sich um einen Wettkampf. Und es zeigt ihn mit einer Baseballkappe, damit man bloß sein Gesicht nicht erkennt. Doch warum die ganze Heimlichtuerei? Genau das habe ich ihn gefragt, als er vor einiger Zeit vorschlug, auf der Verlags-Webseite seinen wahren Namen zu nennen: Christoph Adamski. Jetzt ist es also raus.


Hallo Christoph, wieso hast Du bei Deinem ersten Buch noch ein Geheimnis um Ddeinen Namen gemacht? Hattest Du Angst vor Paparazzi, Laufkollegen oder beleidigten Freunden?
Am ehesten wahrscheinlich vor den Letztgenannten! Umso mehr habe ich mich darüber gefreut, dass die realen Personen hinter “Zonki”, “Volki”, “Paul” etc. sich wiedererkannt und köstlich über das Buch amüsiert haben. Und der einzige Paparazzo, der mich heimlich verfolgte, war ja – wie in “Temporausch” nachzulesen – mein eigener Vater. Aber jetzt mal Ernst: Die Idee, mein erstes Buch unter dem Pseudonym Knut Knieping zu veröffentlichen, kam mir irgendwann – wenig überraschend – beim Laufen in den Sinn. Ich fragte mich: Wenn du ein lustiges Buch schreibst und dabei nicht gerade mit Wortwitzen geizt, warum fängst du damit erst beim Titel an? Wahrscheinlich zickte in dem Augenblick gerade mal wieder meine Patellasehne. Und schon brach die rheinische Frohnatur in mir durch und der “Knieping” war geboren. Und dann dachte ich mir: Wenn schon Pseudonym, dann auch richtig, ohne Nennung des Klarnamens im Kleingedruckten.

Und wieso kamst du dann jetzt vor kurzem auf den Gedanken, die Tarnkappe des Pseudonyms fallen zu lassen? Mit anderen Worten: Was war der Auslöser dafür, dass du nun verrätst, wer Knut Knieping wirklich ist?
Der Gedanke daran hat sich im Laufe des vergangenen Jahres entwickelt. Freunde und Bekannte sprachen mich an und fragten, warum in dem Buch nicht auf die wahre Identität des Verfassers hingewiesen werde. Knut Knieping sei zwar witzig, aber Leser, die mich nicht kennen, würden doch bestimmt gerne wissen, wer sich hinter dem Pseudonym verbirgt. Auch meine Frau, die als intime Kennerin meiner Kniemalässen ein großer Fan meines Pseudonyms ist, fragte mich schon nach kurzer Zeit, warum ich denn nicht das wahre Ich hinter der Kunstfigur Knut Knieping nennen würde. Bei Campino wüsste doch auch halb Deutschland, dass er eigentlich Andreas Frege heiße. Meinen zarten Hinweis, dass aber umgekehrt auch halb Deutschland nicht wisse, dass sich hinter Andreas Frege Campino verberge, ließ sie nicht gelten. Wie auch immer: Jedenfalls soll ab jetzt ruhig mehr als mein halber Sportverein wissen, wer hinter Knut Knieping steckt.


Ich finde es jedenfalls schön, dass du uns jetzt Dein “wahres Gesicht” zeigst! Hast Du auch vor, demnächst mal eine Lesung zu halten?
Auf jeden Fall. Im März wird ja mein zweites Buch „Tempo raus – Langsam reicht mir“ veröffentlicht. Da lernt der Leser, dass meine Laufleidenschaft auch mit reduziertem Tempo noch immer seltsame Blüten treibt. Wer darüber vorab etwas hören möchte, wird dazu bei Lesungen Gelegenheit haben. Die ersten Veranstaltungen sind im Raum Düsseldorf geplant.


Kann man Dich denn anderweitig einmal kennen lernen, z.B. bei einem Marathonlauf?
Ja, klar. Ich werde am 26.04. bei meinem Heim-42er, dem Metrogroup Marathon in Düsseldorf, teilnehmen. Ich plane, dort als Brems- und Zugläufer für eine 03:30 h-Zielzeit zu laufen. Wer mich also kennen lernen möchte, erkennt mich am über mir schwebenden Luftballon. Teilnahme und/oder Anfeuerung sind herzlich willkommen. Im März werde ich übrigens auch bei einem Radiointerview bei Antenne Düsseldorf etwas über mich und meine Bücher erzählen.


Mal im Ernst, wie viel von den Geschichten, die Du in Deinen Büchern erzählst, ist tatsächlich passiert, wie viel erstunken und erlo… ähm, ein Produkt deiner Fantasie?
Wenn ich in Zahlen antworten müsste, würde ich sagen: 90/10. In Prosa heißt das: Ich habe alles, was ich niedergeschrieben habe, wirklich erlebt. An der einen oder anderen Stelle habe ich mir allerdings erlaubt, die Geschehnisse ein wenig zuzuspitzen. Ich glaube, das nennt man dichterische Freiheit.


Was Deine Frau zum Marathonlaufen sagt, kann jeder in den Büchern nachlesen. Aber was sagt sie denn zum Schreiben?
Im Gegensatz zu manchen Auswüchsen meiner Laufsucht findet sie es super. Sie unterstützt mich voll und sagt immer. „Ist doch Spitze, dass du zwei Hobbies miteinander verbinden kannst!“


Was ist Deiner Meinung nach das Besondere an Deinen Büchern, und warum sollte jeder Läufer – oder lieber jeder des Lesens mächtige Mensch – sie lesen?
In meinen Büchern halte ich mir und meinem mitunter pathologischen Verhältnis zum Laufsport auf amüsante Art und Weise den Spiegel vor. Ich bin mir sicher, dass viele Läufer ins Schmunzeln kommen, was nicht zuletzt daran liegt, dass sie sich hier und da wahrscheinlich selbst wiedererkennen. Aber auch bedauernswerte Partner von Läufern werden bei der Lektüre das eine oder andere heitere Aha-Erlebnis haben. Ansonsten bieten meine Bücher natürlich auch für andere Leser, die Fans von Sarkasmus, Selbstironie und Wortwitzkanonaden sind, einen großen Lesespaß.


Vielen Dank für das nette Gespräch und alles Gute für Deine Buchprojekte!
Danke ebenfalls, und besucht mich doch mal bei Facebook!

Bereits erschienen ist
“Temporausch – Laufen zwischen Rhein und Uhr”
Umfang: 152 Seiten
ISBN: 978-3-941297-30-2
Preis (Print): 10,95 €
Preis (E-Book): 7,99 €


Im März 2015 erscheint
“Tempo Raus – Langsam reicht mir”
Umfang: 156 Seiten
ISBN: 978-3-941297-31-9
Preis (Print): 10,95 €

Preis (E-Book): 7,99 €



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Kommentare: 1
  • #1

    René (Dienstag, 28 Februar 2017 20:12)

    Hallo!

    Ich würde Knut gerne mal zu einem Interview in unseren Podcast FatBoysRun einladen!
    Wenn er Bock drauf hätte, schreibt mir doch ne Mail an Rene@fatboysrun.de