"Marathon ist eine Trainings- und Willensleistung"

Interview mit Autor und Marathonläufer Frank Lauenroth über den Boston Marathon und seine Idee, einen Marathon-Thriller zu schreiben.

 

Wie bist du auf die Idee gekommen, mit Boston Run einen Marathon-Thriller zu schreiben?  

Ich lief 2005 den Hamburg Marathon und meine Freunde kamen nach meinem nicht sehr erfolgreichen Abschneiden zu dem Schluss: "Schreib doch mal einen Roman über einen Marathon."

Das nahm ich zunächst nicht ernst, wehrte ab und vergaß das Ganze, bis wieder einmal Lance Armstrong die Tour de France dominierte. Ich sah, dass der Glaube an Talent und Training allein nicht genügte. Ich zählte eins und eins zusammen und sagte mir: Eine Droge, die einen gut trainierten Sportler zum Über-Performer macht, gab es schon – dies in einen Roman über ein Etappenrennen zu packen, mag vielleicht Seiten füllend, wohl aber schwerlich spannend zu gestalten sein. Doch da fiel mir wieder ein, was die Kollegen gesagt hatten. Ein Thriller über einen Marathon, der quasi 2 Stunden an der Spitze unter völlig anderen Aspekten widerspiegelt, gab es noch nicht. Die Idee war geboren.

Frank Lauenroth beim New York Marathon
Frank Lauenroth beim New York Marathon

Was ist dein eigenes Verhältnis zum Marathonlaufen? 

Marathon – das ist immer noch eine Trainings- und Willensleistung, etwas, das zwar immer mehr Menschen angehen, aber noch lange nicht alle bewältigen. Und das macht den Reiz aus.

Einen Roman zu schreiben, ist im weitesten Sinn mit dem Training und dem Marathonlauf vergleichbar. Man braucht einen langen Atem.

Wieso hast du dich in deinem Buch für den Boston Marathon entschieden? 
Marathon hat mich schon immer fasziniert. Bei Olympia saß ich vor dem Fernseher und habe die Läufe live verfolgt. Und ich habe etwas über den Boston Marathon erfahren. Über die Sieger, die Anekdoten, und die Einzigartigkeit der Strecke. Boston Run ist vor allen Dingen ein Verfolgungsthriller. Mit der halbwegs geraden Streckenführung beim Boston Marathon hatte ich einen Schreibvorteil für meine Geschichte. Somit kein Rundkurs, wo sich der Leser hätte fragen können, warum der den Läufer verfolgende Geheimdienst nicht abkürzen würde – und so entstand die Idee, die Handlung in Boston spielen zu lassen.

Was ist das Besondere an Boston Run?  

Der Roman ist einzigartig. Mir ist kein anderer Roman bekannt, der seine Spannung aus einer Marathon-Veranstaltung zieht und komplett die Handlung in die 2 Stunden des Wettkampfs packt.

 

Warum sollten die Leser Brian Harding in Boston Run auf die Strecke folgen?
Gute Frage. Es ist ein Agententhriller mitten in einem Marathonlauf. Klingt abgefahren, aber – wie zahlreiche Rezensionen bislang bestätigt haben – es funktioniert. Eindeutig auch für Nicht-Läufer. Es ist eine schnelle Geschichte, ohne unnötigen Füllstoff, einfach gerade aufs Ziel zu. Der einzige Vorwurf, den ich lesen musste, lautete, dass das Buch viel zu schnell ausgelesen war. Zum Glück gibt es Nachschub: New York Run und demnächst – den Abschluss der Trilogie – Chicago Run.


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Weitere Infos: 

Hier gibt es Leseproben von "Boston Run" und von "New York Run".